Bauanleitung Nistkästen

Leider hatte ich es versäumt, den Bau der Nistkästen mit Fotos zu dokumentieren. Aber da ich mich weitestgehend an die Bauanleitung des NABU gehalten habe, kann sich jeder von dort die entsprechende Inspiration holen. Die Bauanleitung als PDF findet Ihr auf dieser Seite des NABU

Da ich in dem Nistkasten zusätzlich die Kameratechnik verstauen musste, habe ich den Nistkasten in der Höhe angepasst. So hat die Rückwand bei meinen Nistkästen eine Höhe von insgesamt 39 cm und die Front (Tür plus die Blende darüber) 36 cm. Dadurch hatte ich genug Platz, die Technik unter zu bringen. 
Den Raum für die Technik hatte ich durch eine Plexiglasscheibe vom Rest des Nistkasten abgeschirmt. „Hatte“ weil ich die Nistkästen im Sommer mit anderen Kameras ausgestattet habe und die Plexiglasscheibe dadurch entfallen ist. 

Anfangs hatte ich nur einen Nistkasten mit einer Kamera ausgestattet. Als Kamera diente ein Raspberry Pi 3 mit IR-Kamera und IR-Lampen. Das ganze sah dann so aus wie auf dem rechten Bild zu sehen.
Als Software auf dem Raspberry habe ich motionEyeOS eingesetzt. motionEyeOS ist eine Linux-Distribution, die einen Single-Board-Computer in ein Videoüberwachungssystem verwandelt. Es werden fertige Images zum Download angeboten. Über ein Web-Interface kann man bequem alles konfigurieren.

Die erste Brutsaison wurde dann mit dieser Ausstattung verfolgt. Doch während des Betriebs haben sich dann die Schwächen des Systems gezeigt. Zum Einen hatte ich leider die IR-Leuchten mit einer Spannung von 5V statt mit den angedachten 3,3V betrieben, was zur Folge hatte, das die IR-Leuchten nach kurzer Zeit kaputt gingen. Zum Anderen waren die Aufnahmen ziemlich ruckelig und ich konnte auch Tagsüber nur im IR-Modus der Kamera arbeiten, da es im Nistkasten für die Raspberry Kamera nicht hell genug war.

Daher entschloss ich mich nach Ende der Brutsaison im Sommer beide Nistkästen mit neuer Technik auszustatten. Da ich auf der Webseite von Alexander Fuhr gesehen hatte, mit welcher Qualität man Aufnahmen aus dem Inneren eines Nistkasten machen kann, fiel die Entscheidung auch bei mir auf IP-Kameras.

Allerdings befürchtete ich, das die WLAN-Verbindung wegen der verbauten WLAN-Antenne, die bei den Kamera Modellen Bauart bedingt innerhalb des Metallgehäuses liegt, nicht schnell genug sein wird, um einen sauberen und ruckelfreien Stream hin zu bekommen. Glücklicher Weise wird bei diesem Kameramodell die interne Antenne über ein kurzes Anschlusskabel mittels eines iPEX Steckers auf der WLAN Platine angeklemmt. Das bot mir die Möglichkeit die Kamera in soweit zu modifizieren, das ich mit Hilfe eines Anschlusskabels iPEX-Stecker auf SMA Buchse und einer WLAN-Antenne diese nach Außen verlegen konnte, um so einen besseren WLAN-Empfang an den Nistkästen zu haben. Das ganze sieht dann so aus, wie auf dem rechten Foto zu sehen.

Die Kamera habe ich an einem 12cm x 12cm großem Brett festgeschraubt, welches ich dann leicht schräg im Inneren des Nistkasten befestigt habe. Da die Kamera senkrecht nach unten schauen muss, das Objektiv aber von der Ausrichtung nicht ganz so weit eingestellt werden kann, musste ich durch das leicht schräge Anbringen des Brettes dieses ausgleichen. Aber das war kein Problem.

Die Anschlusskabel der Kamera habe ich dann durch die Rückwand in eine normale Feuchtraum Abzweigdose gelegt. Hier befindet sich auch die Stromversorgung der Kamera. Da in der Abzweigdose allerdings nicht der Platz für das mitgelieferte Steckernetzteil vorhanden ist, musste ich mir auch hier etwas anderes einfallen lassen. Als Stromversorgung kommt daher ein 12V Schaltnetzteil von Reichelt zum Einsatz. Das passt genau in die Abzweigdose. Dazu noch ein Kabel mit passendem Hohlstecker für den Anschluss an die Stromversorgung zur Kamera.

Hier drinnen verbergen sich die Anschlusskabel und die Stromversorgung

Dies ist der endgültige und aktuelle „Ausbauzustand“ der beiden Nistkästen, die hier auf der Webseite zum Einsatz kommen.

Die Live-Streams hier auf der Webseite stelle ich mit Hilfe der freien und kostenlosen Software „Restreamer“ zur Verfügung. Die Software läuft bei mir auf zwei Raspberry Pi 3 (je Raspberry 2 Kameras) und stellt die Streams in dem eingebetteten Player zur Verfügung. Eine wirklich sehr einfache und schnelle Lösung, RTSP-Kamera Streams in eine Webseite zu integrieren. Einziges Manko der Software: kein HTTPS möglich 🙁

Sollte ich nun bei Dir das Interesse geweckt haben und Du möchtest den Nistkasten gerne nachbauen, kannst Du mich gerne kontaktieren, solltest Du Fragen zu der Umsetzung haben. Nutze hierzu einfach das Kontaktformular.