Bauanleitung Eichhörnchen Kobel

In diesem Winter wollte ich eigentlich einen weiteren Nistkasten bauen (es war ein Halbhöhlen-Nistkasten in Planung). Allerdings haben sich meine Pläne dann kurzfristig geändert, nachdem ich in diesem Jahr für unsere ansässigen Eichhörnchen einen Futterkasten gebaut hatte. Da kam mir die Idee, für die Eichhörnchen einen Kobel zu bauen.
Kobel nennt man die Nester, die sich die Eichhörnchen in Bäumen bauen und diese als Schlafzimmer und Kinderstube nutzen. Es ist aber auch möglich, den Eichhörnchen ein Häuschen als Kobel anzubieten, das diese dann ebenfalls als Schlafplatz nutzen können.
Ich fand die Überlegung toll, durch einen selbst gebauten Kobel mit Kamera ein Eichhörnchen beobachten zu können. Aus diesem Grund wurde mein Vorhaben, einen Nistkasten zu bauen abgewandelt und es entstand ein selbst gebauter Eichhörnchen Kobel.

Als Grundlage und Inspiration dienten 2 Anleitungen, die ich für mich entsprechend abgewandelt habe.
1. Anleitung: Eichhörnchen Auffangstation Hessen und Rheinland-Pfalz
2. Anleitung: Eichhörnchen Schutz e.V.

Der Kobel in der „Werkstatt“ 🙂

Der Kobel besteht im Prinzip aus 2 Teilen. Zum Einen aus dem „Wohnraum“ für das Eichhörnchen mit Balkon 🙂 und zum Anderen aus dem Aufbau für die Kamera Technik. Ganz wichtig beim Bau eines Eichhörnchen Kobel ist, das der Kobel mindestens 2 Löcher als Ein- bzw. Ausgang hat. Eichhörnchen sind Fluchttiere und brauchen, sollte ein Eingang durch einen Feind wie den Marder belagert sein, einen alternativen Ausgang als Fluchtweg. In meinem Fall gibt es einen Ausgang nach unten, der direkt an den Stamm der Weide führt und auf der gegenüber liegenden Seite einen Ausgang nach vorne auf den „Balkon“, über den das Eichhörnchen nach hinten flüchten kann. Der Durchmesser der Löcher beträgt 7cm, damit ggf. auch ein schwangeres Eichhörnchen hindurch passt. Denn ich habe die wage Hoffnung, das ein Weibchen den Kobel im Frühjahr als Kinderstube nutzen wird 🙂
Die Grundplatte des Kobel besteht aus einem 40cm x 50cm großem 18mm dicken Brett, auf dem der Wohnraum mit einer Grundfläche von ca. 29cm x 39cm aufgesetzt ist. Die Frontplatte des Wohnraums hat eine Höhe von 25cm, die Rückwand von 30cm, dementsprechend abgeschrägt sind die Seitenwände.

Die Kamera im Aufbau

Als Kamera kommt eine upCAM Tornado HD Pro zum Einsatz. Die Kamera sitzt in dem zusätzlichen Kasten, den ich auf das Dach des Wohnraum aufgesetzt habe. Da ich in dem Aufbau genügend Platz habe, brauchte ich in diesem Fall, anders als bei den Meisen-Nistkästen, kein alternatives Schaltnetzteil, sondern konnte das mitgelieferte Steckernetzteil verwenden.
Die Kamera habe ich an ein Brett über die vorhandenen Montagelöcher für den Haltefuß befestigt.
Die verwendete Kamera hat einen Line-In Anschluss für ein externes Mikrofon. Deshalb habe ich natürlich auch ein Mikrofon in Betrieb genommen. Leider hatte mir Amazon das bestellte Mikrofon nicht rechtzeitig geliefert (ich wollte den Nistkasten am 2. Januar Wochenende aufhängen), sodass ich den Nistkasten erst einmal ohne Mikrofon aufgehängt habe.
Einige Tage später kam dann das bestellte Mikrofon. Doch leider musste ich feststellen, das das Mikro nicht wirklich an der Kamera funktionierte. Grundsätzlich war Ton vorhanden, aber viel zu leise. Deshalb musste ich mir ein anderes Mikro bestellen. Nach einem kurzen Test wurde das Mikro als geeignet befunden und fest montiert. Und so hängt im Innenraum nun eine Halbkugel mit eingebautem Mikrofon

Hier zu sehen ist die Kamera und das Mikrofon (die weiße Halbkugel)

Die Live-Streams hier auf der Webseite stelle ich mit Hilfe der freien und kostenlosen Software „Restreamer“ zur Verfügung. Die Software läuft bei mir auf zwei Raspberry Pi 3 (je Raspberry 2 Kameras) und stellt die Streams in dem eingebetteten Player zur Verfügung. Eine wirklich sehr einfache und schnelle Lösung, RTSP-Kamera Streams in eine Webseite zu integrieren. Einziges Manko der Software: kein HTTPS möglich 🙁

Um es dem Eichhörnchen ein bisschen gemütlich zu machen, habe ich in dem Kobel schon mal für die entsprechende Grundausstattung gesorgt. Dafür habe ich ein bisschen Holzwolle mit ein bisschen Kapok Watte aufgepolstert und in eine Ecke des Kobel gelegt. Ich hoffe, das hat ein wenig anziehende Wirkung auf das Eichhörnchen.

Wenn das mal nicht gemütlich und kuschelig ist…
Der Kobel in der Weide aufgehängt

Und so bleibt jetzt zu hoffen, das eines der hier ansässigen Eichhörnchen den Kobel als neues Zuhause entdeckt und einzieht. Ich würde mich auf jeden Fall riesig freuen.

Auch hier – sollte ich die Bastellust bei Dir geweckt haben und Du möchtest den Kobel nachbauen, kann Du Dich gerne bei Fragen an mich wenden.